Freudenberg stoppt Wasserstoffsysteme – Gewinn halbiert und Markt im Wandel
Der Traditionskonzern Freudenberg aus Weinheim hat im Geschäftsjahr 2025 das Geschäft mit Brennstoffzellen-Systemen, Batteriezellen und -modulen eingestellt. Diese Entscheidung hat den Nettogewinn des Unternehmens drastisch reduziert und wirft ein Schlaglicht auf die aktuellen Herausforderungen im globalen Wasserstoffsektor.
Inhaltsverzeichnis
Finanzielle Auswirkungen: Gewinn- und Umsatzentwicklung 2025
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Der offizielle Geschäftsbericht weist für das Jahr 2025 einen Nettogewinn von 361,9 Millionen Euro aus – ein Rückgang von 50 % gegenüber dem Vorjahr, in dem der Gewinn noch 724,8 Millionen Euro betrug. Der Umsatz lag bei 11,7 Milliarden Euro, leicht unter dem Vorjahreswert.
- Nettogewinn 2025: 361,9 Mio. € (S1)
- Umsatz 2025: 11,7 Mrd. € (S1)
- Gewinnrückgang: 50 % im Vergleich zu 2024
Die Reduktion des Gewinns ist maßgeblich auf die Aufgabe der Wasserstoffsysteme zurückzuführen, die als Sondereffekte das bereinigte Vorsteuerergebnis auf rund 1,1 Milliarden Euro drückten.
Gründe für die Einstellung der Wasserstoffsysteme
Freudenberg begründete den Rückzug mit einer Kombination aus politischen und infrastrukturellen Hürden. Laut CEO Claus Möhlenkamp hat die Regierung die Unterstützung zurückgezogen, große Kunden haben Projekte verschoben oder gestrichen, und die notwendige Infrastruktur sei nicht mitgezogen.
- Politische Unsicherheit: fehlende staatliche Förderung
- Infrastrukturelle Defizite: unzureichende Wasserstoff-Tank- und Versorgungsnetze
- Marktnachfrage: Kunden verschieben oder streichen Projekte
Obwohl Freudenberg weiterhin Komponenten für die Wasserstofferzeugung produziert, wird das Modul- und Systemgeschäft eingestellt, um die Restrukturierung zu ermöglichen.
Marktentwicklung im globalen Wasserstoffsektor
Unabhängig von den Problemen einzelner Unternehmen prognostiziert die International Hydrogen Association (IHA) für das Jahr 2027 eine globale Marktgröße von über 180 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl verdeutlicht das enorme Wachstumspotenzial, das jedoch durch strukturelle Barrieren gehemmt wird.
- Marktgröße 2027: 180 Mrd. USD (Prognose, IHA)
- Prognosejahr: 2027
- Quelle: „Wasserstoffwirtschaft: Marktprognosen und Trends“ (S1)
Die Diskrepanz zwischen erwarteten Chancen und den realen Hindernissen wird im folgenden Abschnitt weiter beleuchtet.
Einfluss der Politik auf Wasserstofftechnologien
Die politische Unterstützung für Wasserstofftechnologien hat sich in den letzten Jahren abgeschwächt. Im Jahr 2026 wurde die Unterstützung als „gering“ eingestuft, begleitet von einer wachsenden Skepsis gegenüber Wasserstoffprojekten in der deutschen Politik.
- Politische Unterstützung 2026: gering (S1)
- Trend: abnehmende Förderbereitschaft
- Auswirkung: negative Investitionsentscheidungen großer Unternehmen, z. B. Freudenberg
Diese Entwicklung untermauert die Argumentation von Freudenberg, dass externe Rahmenbedingungen die strategischen Entscheidungen zwingten.
Risiken und Unsicherheiten in der Wasserstoffpolitik
Ein zentrales Risiko für Unternehmen im Wasserstoffsektor ist die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung. Die Unsicherheit über zukünftige Förderprogramme kann Investitionen gefährden und zu erheblichen finanziellen Belastungen führen.
- Unsicherheit über Fördermittel und Subventionen
- Abhängigkeit von politischer Stabilität
- Potenzielle Auswirkungen auf Unternehmensgewinne und -strategien
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Warum hat Freudenberg sein Wasserstoffgeschäft eingestellt?Freudenberg stellte das Geschäft wegen politischer Unsicherheiten und mangelnder Infrastruktur ein, die die finanziellen Aussichten trübten.
Fazit
Die Entscheidung von Freudenberg, die Wasserstoffsysteme einzustellen, ist ein deutliches Signal dafür, dass die aktuelle politische und infrastrukturelle Landschaft den Ausbau der Wasserstofftechnologie stark hemmt. Trotz einer erwarteten globalen Marktgröße von über 180 Milliarden US-Dollar bis 2027 bleibt das Risiko für Unternehmen hoch, solange staatliche Unterstützung schwankt und die notwendige Infrastruktur fehlt. Für Freudenberg bedeutet die Gewinnhalbierung im Jahr 2025 nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch ein strategisches Signal an die gesamte Branche: Ohne klare politische Rahmenbedingungen und zuverlässige Infrastruktur sind ambitionierte Wasserstoffprojekte kaum realisierbar.
