Fachtagung „Mehr Effizienz in der Umformung“ 2026: Bedeutung der Gesamtanlageneffektivität (OEE) und Optimierung von Rüstprozessen
Am 16. Juni 2026 findet in Würzburg die Fachtagung „Mehr Effizienz in der Umformung“ statt. Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute aus der Umformtechnik, die vor den Herausforderungen von Qualität, Flexibilität, sinkenden Losgrößen und steigendem Kostendruck stehen. Im Fokus stehen die Steigerung der Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness, OEE) und die Reduktion zu langer Rüstprozesse – beides zentrale Hebel für Kostensenkungen und höhere Produktivität in der industriellen Produktion.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Gesamtanlageneffektivität (OEE)?
Die Overall Equipment Effectiveness (OEE) misst die Effizienz eines Produktionssystems, indem sie Verfügbarkeit, Leistung und Qualität berücksichtigt. Sie ist ein entscheidender Indikator für die Produktionsoptimierung und kombiniert drei zentrale Kennzahlen zu einem einzigen Wert.
Kernkomponenten von OEE
- Verfügbarkeit: Anteil der geplanten Produktionszeit, in der die Anlage tatsächlich läuft.
- Leistung: Verhältnis von tatsächlicher Produktionsgeschwindigkeit zur theoretisch möglichen Geschwindigkeit.
- Qualität: Anteil der fehlerfreien Produkte an der Gesamtproduktion.
Aktuelle OEE-Werte in der Industrie
Laut dem 2021 State of Manufacturing Report des Manufacturing Institute liegt die durchschnittliche OEE in der Industrie bei 60 % (Jahr 2021). Das bedeutet, dass viele Unternehmen mindestens 20 % unter dem angestrebten Weltklassen-Ziel von 85 % liegen. Dieser Unterschied verdeutlicht ein erhebliches Optimierungspotenzial.
Einfluss von Rüstprozessen auf die OEE
Studien zeigen, dass ineffiziente Rüstprozesse bis zu 30 % der Maschinenlaufzeit in der Umformung kosten können. Durch die Optimierung von Rüstzeiten lassen sich nicht nur die OEE-Werte erhöhen, sondern auch erhebliche Kosteneinsparungen realisieren. Das Einsparpotenzial durch optimierte Rüstprozesse wird für das Jahr 2022 mit 30 % angegeben (Quelle: Journal of Manufacturing Systems, 2022).
Typische Ursachen langer Rüstzeiten
- Unzureichende intralogistische Schnittstellen, die zu Verzögerungen beim Materialfluss führen.
- Manuelle Rüstschritte ohne standardisierte Vorgehensweisen.
- Fehlende Integration von Digitalisierung und Automatisierung in den Rüstprozess.
- Komplexe Werkzeugwechsel ohne vorbereitende Planung.
Wie die Fachtagung praxisnahe Lösungen bietet
Die Tagung liefert konkrete Ansätze zur OEE-Steigerung und Rüstzeit-Optimierung. Das Programm umfasst folgende Schwerpunkte:
- Technik und Digitalisierung – im Doppel zum Erfolg
- Jedes Teil ein Gutteil – Qualität als oberstes Gebot
- Dreh- und Angelpunkt Werkzeug
- Automation und Handling – wenn es prozesssicher und schnell gehen muss
- Gut geölt ist halb gewonnen
Keynote-Speaker ist Heinz Peter Pülzl, bekannt als „Stahl-Blogger“ (#ManwithSteel), der über den Weg vom digitalen Nobody zur Personal Brand berichtet. Weitere Vorträge adressieren die Optimierung von Intralogistik, den Einsatz von Lean-Methoden und die Nutzung von Automatisierung zur Reduktion von Rüstzeiten.
Chancen und Risiken bei der Implementierung neuer Technologien
Ein wichtiger Gegenpunkt ist das Risiko hoher Implementierungskosten für neue Technologien. Trotz des hohen Potenzials zur Effizienzsteigerung können Anfangsinvestitionen die Realisierung bremsen. Die Fachtagung diskutiert diese Balance und stellt Praxisbeispiele vor, die zeigen, wie Unternehmen trotz hoher Anfangskosten nachhaltige Verbesserungen erzielen.
Häufig gestellte Fragen zur OEE und Rüstzeiten
- Was ist OEE? Die Overall Equipment Effectiveness (OEE) misst die Effizienz eines Produktionssystems, indem Verfügbarkeit, Leistung und Qualität berücksichtigt werden.
- Warum sind Rüstzeiten wichtig? Lange Rüstzeiten verringern die Gesamteffizienz der Produktion signifikant; ihre Optimierung ist entscheidend für die Kostenreduktion.
Fazit
Die Fachtagung „Mehr Effizienz in der Umformung“ am 16. Juni 2026 in Würzburg bietet Fachleuten einen umfassenden Überblick über die Bedeutung der OEE und konkrete Wege zur Reduktion von Rüstzeiten. Mit durchschnittlichen OEE-Werten von 60 % und einem Einsparpotenzial von bis zu 30 % durch optimierte Rüstprozesse zeigen die präsentierten Daten ein klares Bild: Durch gezielte Digitalisierung, Lean-Methoden und Automatisierung können Unternehmen die Lücke zum Weltklassen-Ziel von 85 % schließen und gleichzeitig Kosten senken. Trotz möglicher hoher Anfangsinvestitionen liefert die Veranstaltung praxisnahe Beispiele, die zeigen, wie diese Hürden überwunden werden können. Teilnehmer erhalten sofort anwendbare Erkenntnisse, um die Gesamtanlageneffektivität ihrer Umformanlagen nachhaltig zu steigern.
