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Praktische Umsetzung des Cyber Resilience Acts und kollaborative Robotik beim at-Technologietag Automation 2026

22. September 2026 by Redaktion

Am 20. Oktober 2026 öffnet die ZHAW School of Engineering in Winterthur die Türen für den at-Technologietag Automation. Das Event bündelt Know-how zu Robotik, Künstlicher Intelligenz, Cybersecurity und regulatorischen Vorgaben und richtet sich an Fachleute, die smarte, resiliente und nachhaltige Produktionsprozesse implementieren wollen. Neben Keynotes, Praxis-Use-Cases und einer Tischausstellung stehen Themen wie der Cyber Resilience Act (CRA) und der Digitale Produktpass (DPP) im Fokus – beides zentrale Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Industrie.

Inhaltsverzeichnis

  • Der at-Technologietag Automation 2026 – Überblick und Ziele
    • Praxisnahe Themen im Fokus
  • Cyber Resilience Act (CRA) – Kernanforderungen und wirtschaftliche Folgen
  • Kollaborative Robotik als pragmatische Alternative zu Humanoiden
  • Digitaler Produktpass (DPP) – neue Pflichten und Chancen für Schweizer Produzenten
  • Kritische Gegenüberstellungen: Hype vs. Pragmatismus und Herausforderungen für KMU
  • FAQ – Häufig gestellte Fragen zum at-Technologietag
  • Fazit

Der at-Technologietag Automation 2026 – Überblick und Ziele

Der Technologietag präsentiert praxisnahe Innovationen in der industriellen Automation, darunter Robotik, KI, Cybersecurity und regulatorische Anforderungen. Er adressiert den Einsatz smarter Produktionstechnologien, den Umgang mit Hype-Technologien versus praxistauglichen Lösungen und zeigt Wege zur Einhaltung der EU-Richtlinien CRA und DPP auf. Organisiert wird das Event vom Team der „at – aktuelle technik“ der Vogel Communications Group in Zusammenarbeit mit der ZHAW.

Praxisnahe Themen im Fokus

  • Robotik: Humanoide Systeme vs. kollaborative Mobilmanipulatoren
  • Künstliche Intelligenz: Einsatzmöglichkeiten und bewusster Verzicht
  • Cybersecurity: Sicherheitsanforderungen für vernetzte Industriekomponenten
  • Regulatorik: CRA und Digitaler Produktpass als Chance und Verpflichtung

Cyber Resilience Act (CRA) – Kernanforderungen und wirtschaftliche Folgen

Der CRA, veröffentlicht im EU-Amtsblatt 2024/2847, verlangt ab September 2026, dass Hersteller von vernetzten Industrieprodukten Sicherheitslücken innerhalb von 24 Stunden melden (Metric: 24-Stunden-Meldefrist, Quelle S3). Zusätzlich müssen bis Dezember 2027 alle relevanten Produkte die Sicherheitsanforderungen mit CE-Kennzeichnung erfüllen. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 15 Millionen Euro geahndet werden (Metric: Bußgeld, Jahr 2024, Quelle S3).

Diese Vorgaben erfordern ein konsequentes „Security by Design“ bei Steuerungen, vernetzten Maschinen und Industrial-IoT-Systemen. Gleichzeitig bietet die frühe Anpassung Schweizer Exporteuren einen Wettbewerbsvorteil, da sie als sichere Lieferanten im europäischen Markt positioniert werden können.

Kollaborative Robotik als pragmatische Alternative zu Humanoiden

Studien der International Federation of Robotics (IFR) zeigen, dass 84,7 % der neu installierten Industrieroboter in der Schweiz in Menschennähe arbeiten (Metric: Anteil kollaborativer Roboter, Jahr 2023, Quelle S5). Der häufigste Einsatzort ist die einfache Montage- und Prüfanwendung (78 % der Installationen, Jahr 2023). Diese Zahlen belegen, dass kollaborative Roboter ökonomisch und technisch den humanoiden Systemen überlegen sind.

Prof. Dr. Yulia Sandamirskaya betont in ihrer Keynote, dass nicht jedes Anwendungsfeld einen humanoiden Roboter erfordert. Stattdessen sollten Unternehmen kosteneffiziente, kollaborative Lösungen wählen, um Agilität und Sicherheit zu erhöhen.

Digitaler Produktpass (DPP) – neue Pflichten und Chancen für Schweizer Produzenten

Der DPP wird im Zuge der EU-Batterieverordnung ab 2027 verpflichtend (Metric: Starttermin für DPP bei Batterien, 2027). Für Batterien sind 107 Datenpunkte zu erfassen (Metric: Anzahl definierter Datenpunkte, 2024). Führende Schweizer Firmen haben bereits Pilotprojekte gestartet, um die Digitalisierung des Produktlebenszyklus frühzeitig zu nutzen.

Der DPP stärkt nicht nur die Nachverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit, sondern eröffnet strategische Vorteile: Unternehmen können ihre Produkte transparenter vermarkten und regulatorische Risiken minimieren.

Kritische Gegenüberstellungen: Hype vs. Pragmatismus und Herausforderungen für KMU

Investoren neigen dazu, Hype-Technologien wie humanoide Roboter und generative KI zu bevorzugen, obwohl klassische Algorithmen und mobile Manipulatoren in vielen industriellen Szenarien ökonomisch überlegen sind. Diese Tendenz kann zu falschen Erwartungen führen und die Notwendigkeit praxisnaher Diskussionen, wie sie von Prof. Sandamirskaya angeboten werden, unterstreichen.

Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stellt die Umsetzung des CRA einen hohen Implementierungsaufwand dar. Die zusätzlichen Sicherheitsregeln erhöhen Komplexität, Kosten und potenzielle Effizienzprobleme. Dennoch bieten die regulatorischen Vorgaben langfristig Wettbewerbsvorteile, wenn KMU frühzeitig geeignete Prozesse etablieren.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum at-Technologietag

  • Was versteht man unter „Kognitiven Robotern“? Sie sind mit sensorgestützten Systemen ausgestattet, die Umgebung erfassen, verarbeiten und darauf reagieren. Sie bieten mehr Flexibilität und bessere Zusammenarbeit mit Menschen im Vergleich zu klassischen Robotern.
  • Warum ist der Digitale Produktpass wichtig für industrielle Produzenten? Er gewährleistet Nachverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz entlang der Wertschöpfungskette und schafft sowohl regulatorische als auch strategische Vorteile.
  • Warum wird KI in manchen Fällen im Vortrag bewusst weggelassen? KI-Modelle sind nicht immer robust genug und benötigen mehr Ressourcen. Klassische Verfahren können in solchen Fällen präzisere, robustere und wirtschaftlichere Ergebnisse liefern.

Fazit

Der at-Technologietag Automation 2026 bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Herausforderungen und Chancen der industriellen Automation. Durch die klare Gegenüberstellung von Hype-Technologien und pragmatischen Lösungen, die detaillierte Darstellung des Cyber Resilience Acts und des Digitalen Produktpasses sowie die Betonung kollaborativer Robotik liefert das Event praxisnahe Handlungsempfehlungen. Unternehmen, die die regulatorischen Vorgaben frühzeitig integrieren und auf kollaborative, kosteneffiziente Robotik setzen, können nicht nur Risiken minimieren, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt nachhaltig stärken.

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