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Anstieg der Materialengpässe in der deutschen Industrie – Aktuelle Zahlen und Folgen

10. Juni 2026 by Redaktion

Die jüngste Ifo-Umfrage zeigt, dass Materialengpässe in der deutschen Industrie deutlich zunehmen. Im Mai 2023 berichteten 15,9 % aller Industrieunternehmen von Lieferengpässen – ein Anstieg gegenüber 13,8 % im April und weit über dem langfristigen Durchschnitt von etwa 5 % vor 2020. Besonders stark betroffen sind die chemische Industrie sowie die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren. Die Situation gefährdet die Produktionskapazitäten und stellt die wirtschaftliche Stabilität der betroffenen Branchen infrage.

Inhaltsverzeichnis

  • Aktuelle Zahlen zu Materialengpässen
  • Entwicklung im Zeitverlauf
  • Ursachen und geopolitische Einflüsse
  • Risiken für die Produktionskapazität
  • Betroffene Branchen im Überblick
  • Gegenmaßnahmen und Ausblick
  • Häufig gestellte Fragen (FAQ)
  • Fazit

Aktuelle Zahlen zu Materialengpässen

Die wichtigsten Kennzahlen aus der Ifo-Umfrage (Mai 2023) lauten:

  • Gesamtanteil der Industrieunternehmen mit Engpässen: 15,9 % (Mai 2023) gegenüber 13,8 % (April 2023).
  • Langfristiger Durchschnitt vor 2020: etwa 5 %.
  • Chemische Industrie: 31,2 % der Unternehmen melden Materialmangel.
  • Gummi- und Kunststoffindustrie: 23,7 % berichten von Engpässen.
  • Elektroindustrie: rund jedes vierte Unternehmen (ca. 25 % ) hat Probleme bei der Materialversorgung.
  • Automobilindustrie: 10,0 % der Unternehmen betroffen.
  • Getränkeindustrie: 0 % – keine Engpässe gemeldet.
  • Nahrungsmittelhersteller: 6,9 % berichten von Materialengpässen.

Quelle: Ifo Institut, Materialengpässe bei deutschen Unternehmen: Ifo-Umfrage Mai 2023 (S1).

Entwicklung im Zeitverlauf

Der Vergleich von April zu Mai 2023 verdeutlicht einen raschen Anstieg der Meldungen. Während der durchschnittliche Engpassanteil vor 2020 bei etwa 5 % lag, hat sich der Wert in nur einem Monat von 13,8 % auf 15,9 % erhöht – ein Anstieg von rund 2,1 Prozentpunkten. Diese Entwicklung wird von den Ifo-Forschern als „beunruhigend hoch“ bezeichnet.

Ursachen und geopolitische Einflüsse

Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, erklärt: „Die Lieferketten bleiben angespannt. Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen.“ Die Aussage unterstreicht, dass geopolitische Unsicherheiten und die Abhängigkeit von energieintensiven Vorprodukten zentrale Treiber der aktuellen Engpässe sind.

Risiken für die Produktionskapazität

Die Ifo-Forscher warnen, dass mehrere Unternehmen infolge der Engpässe gezwungen sein könnten, die Produktion zu senken. Ein möglicher Produktionsrückgang würde nicht nur die betroffenen Unternehmen, sondern auch die gesamtwirtschaftliche Leistung beeinträchtigen. Obwohl ein konkreter Wert für den erwarteten Rückgang nicht vorliegt, wird die Gefahr eines Rückgangs der Wirtschaftsleistung betont.

Betroffene Branchen im Überblick

Die Engpässe betreffen unterschiedliche Industriezweige in unterschiedlichem Ausmaß:

  • Chemische Industrie – 31,2 % der Unternehmen melden Materialmangel.
  • Gummi- und Kunststoffindustrie – 23,7 % betroffene Unternehmen.
  • Elektroindustrie – rund 25 % der Unternehmen haben Lieferprobleme.
  • Automobilindustrie – 10,0 % der Unternehmen betroffen.
  • Konsumnahen Branchen – Getränkeindustrie ohne Engpässe, Nahrungsmittelhersteller mit 6,9 %.

Gegenmaßnahmen und Ausblick

Die Analyse verdeutlicht die Dringlichkeit, Lösungen für die Materialengpässe zu finden. Ohne gezielte Maßnahmen könnte die Lage weiter verschärfen, insbesondere wenn geopolitische Spannungen anhalten. Unternehmen werden aufgefordert, ihre Lieferketten zu prüfen, alternative Bezugsquellen zu erschließen und mögliche Produktionsanpassungen frühzeitig zu planen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Branchen sind am stärksten von Materialengpässen betroffen?Die Chemische Industrie ist am stärksten betroffen, mit 31,2 % der Unternehmen, die Materialmangel berichten.Wie hoch ist der Engpassanteil im Vergleich zu vor 2020?Der langfristige Durchschnitt der Engpassmeldungen vor 2020 liegt bei etwa 5 %. Aktuelle Werte von 15,9 % sind damit signifikant höher.

Fazit

Der Anstieg der Materialengpässe in der deutschen Industrie ist deutlich erkennbar und stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Produktionskapazität und die wirtschaftliche Stabilität dar. Während die chemische und die Gummi-/Kunststoffindustrie besonders stark betroffen sind, zeigen konsumnahen Branchen wie die Getränkeindustrie eine deutlich geringere Belastung. Die Ifo-Umfrage macht deutlich, dass geopolitische Spannungen und die Abhängigkeit von energieintensiven Vorprodukten zentrale Ursachen sind. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen drohen Produktionssenkungen und ein möglicher Rückgang der Wirtschaftsleistung. Unternehmen sollten daher proaktiv ihre Lieferkettenstrategien überdenken und nach resilienten Lösungen suchen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

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