Edge-KI in Fahrzeugsteuergeräten: Schaeffler & Sonatus treiben softwaredefinierte Fahrzeuge voran
Die Automobilzulieferer Schaeffler und das US-Softwareunternehmen Sonatus haben eine globale Partnerschaft geschlossen, um Künstliche Intelligenz (KI) direkt auf die domänenübergreifenden Steuergeräte von Fahrzeugen zu bringen. Dieser Schritt soll den Übergang zu softwaredefinierten Fahrzeugen (SDV) beschleunigen, den Integrationsaufwand für Automobilhersteller senken und zentrale Fahrzeugfunktionen über Over-the-Air-Updates (OTA) kontinuierlich optimieren.
Inhaltsverzeichnis
Partnerschaft zwischen Schaeffler und Sonatus – Ziel und Technologie
Im Rahmen der Kooperation werden die eigenen Steuergeräte von Schaeffler mit der KI-basierten Software von Sonatus kombiniert. Zwei zentrale Software-Produkte stehen dabei im Fokus:
- Collector AI – ermöglicht eine gezielte Datenerfassung in Echtzeit, ohne auf umfangreiche Datenlogs angewiesen zu sein.
- AI Director – übernimmt die Ausführung und das Lebenszyklus-Management der KI-Modelle direkt im Fahrzeug.
Durch die Integration von Edge-KI (sog. Edge AI) können die Steuergeräte datenbasierte und KI-gestützte Funktionen unmittelbar im Fahrzeug ausführen. Thomas Stierle, Vorstand E-Mobility der Schaeffler AG, betont, dass dieser Ansatz den Integrations- und Validierungsaufwand für Automobilhersteller drastisch reduziert und die Basis für die nächste Generation zentraler und zonaler Fahrzeugarchitekturen schafft.
Dynamische Systeme statt starrer Hardware
Die Partner versprechen, dass Autohersteller durch die vorintegrierte Lösung zentrale Fahrzeugfunktionen wie Lenken, Bremsen und Energiemanagement besser kontrollieren und durch kontinuierliche Over-the-Air-Updates optimieren können – ganz ohne Hardware-Änderungen. Sonatus-CEO Jeff Chou ergänzt, dass ein echtes softwaredefiniertes Fahrzeug erst entsteht, wenn die KI lokal im Fahrzeug arbeitet und die Hardware kontinuierlich dazulernt.
Der Markt für Edge-KI im Automobilsektor zeigt ein starkes Wachstum. Nach Schätzungen wird das Marktvolumen bis 2027 etwa 4,4 Milliarden USD erreichen (Research and Markets, 2023). Diese Entwicklung verdeutlicht, dass die Automobilindustrie zunehmend in Lösungen investiert, die eine sofortige Verarbeitung und Analytik direkt im Fahrzeug ermöglichen. Die Partnerschaft von Schaeffler und Sonatus ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Die Einführung von Over-the-Air-Updates wird in den kommenden Jahren ebenfalls zunehmen. Schätzungen zufolge werden bis 2025 etwa 90 % der neuen Fahrzeuge diese Technologie unterstützen (Market Research Future, 2023). Durch OTA-Updates können Autohersteller leistungsfähige und flexiblere Systeme schaffen, die kontinuierlich verbessert werden können, was der Marktanforderung nach intelligenten und anpassungsfähigen Fahrzeugen entgegenkommt.
Marktprognose für Edge-KI im Automobilsektor
Laut einer Analyse von Research and Markets wird das globale Marktvolumen für Edge-KI im Automobilbereich bis zum Jahr 2027 voraussichtlich 4,4 Milliarden USD betragen. Diese Zahl unterstreicht das erhebliche Potenzial für großflächige Implementierungen und bestätigt die strategische Bedeutung der Schaeffler-Sonatus-Kooperation.
- Metric: Marktvolumen
- Wert: 4,4 Milliarden USD
- Jahr: 2027
- Quelle: Research and Markets (S2)
Bedeutung von Over-the-Air-Updates für softwaredefinierte Fahrzeuge
Over-the-Air-Updates gelten als Schlüsseltechnologie für softwaredefinierte Fahrzeuge, weil sie eine kontinuierliche Verbesserung und Anpassung der Fahrzeugfunktionen ermöglichen. Prognosen zeigen, dass bis 2025 rund 90 % der neu zugelassenen Fahrzeuge OTA-Updates unterstützen werden.
- Metric: Anteil von OTA-Updates
- Wert: 90 %
- Jahr: 2025
- Quelle: Market Research Future (S1)
Vorteile der Edge-KI und OTA-Updates für Automobilhersteller
- Reduzierter Integrations- und Validierungsaufwand dank lokaler KI-Verarbeitung.
- Echtzeitreaktionen und geringere Latenzzeiten durch Edge-KI im Fahrzeug.
- Flexibilität durch zentrale Steuergeräte, die per OTA neue Funktionen erhalten.
- Verbesserte Effizienz und Sicherheit durch kontinuierliche Software-Optimierung.
- Skalierbare Hardwarebasis, die zukünftige KI-Modelle aufnehmen kann.
Risiken und Gegenargumente – Abhängigkeit von Software-Anbietern
Ein möglicher Nachteil der zunehmenden Software-Integration ist die wachsende Abhängigkeit von externen Software-Entwicklern. Laut den bereitgestellten Informationen könnte diese Abhängigkeit die Flexibilität der Automobilindustrie beeinträchtigen.
- Risiko: Abhängigkeit von Software-Anbietern
- Relevanz: Verlust von Flexibilität für Automobilhersteller
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Edge-KI und ihre Vorteile?Edge-KI ermöglicht die Verarbeitung von Daten direkt im Fahrzeug, was Echtzeitreaktionen und geringere Latenzzeiten fördert.Wie verändern Over-the-Air-Updates die Fahrzeugtechnologie?OTA-Updates ermöglichen eine ständige Aktualisierung und Verbesserung von Fahrzeugsoftware, was die Benutzererfahrung erheblich steigert.
Fazit
Die Zusammenarbeit von Schaeffler und Sonatus markiert einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zu vollständig softwaredefinierten Fahrzeugen. Durch die Integration von Edge-KI direkt auf den Steuergeräten wird nicht nur der Aufwand für die Implementierung neuer Funktionen reduziert, sondern auch die Grundlage für eine dynamische, skalierbare Fahrzeugarchitektur geschaffen. Die Marktprognosen – 4,4 Milliarden USD für Edge-KI bis 2027 und ein OTA-Anteil von 90 % bis 2025 – belegen die wachsende Bedeutung dieser Technologien. Gleichzeitig gilt es, die potenziellen Risiken, insbesondere die Abhängigkeit von externen Software-Anbietern, im Blick zu behalten. Insgesamt stärkt die Partnerschaft die Position beider Unternehmen im zukünftigen Automobilsektor und legt den Grundstein für intelligentere, sicherere und anpassungsfähigere Fahrzeuge.
