Wenn die Rede von der deutschen Wirtschaft ist, so wird hier immer von der starken Exportkraft, von der Industrie geredet. Alleine in der deutschen Industrie arbeiten rund 5,7 Millionen Menschen. Und natürlich brauchen die tausenden von Unternehmen in Deutschland eine Heimat in einem Industriegebiet. Wenn sich heute ein Unternehmen in einer Stadt oder in einer Gemeinde ansiedeln möchte, so ist das nicht ohne weiteres möglich, wie man nachfolgend im Artikel erfahren.

Unterschied zwischen Industrie- und Gewerbegebiete

Möchte heute ein Industrieunternehmen in einer Gemeinde oder in einer Stadt ansiedeln, so setzt, dass das Vorhandensein von einem ausgewiesenen Baugebiet, nämlich einem Industriegebiet vor. Sicher werden sich jetzt einige Leser denken, solche Gebiete gibt es doch in nahezu jeder Gemeinde. Und in den Großstädten sowieso. Doch da täuscht man sich leider. Denn hier verwechselt man oft zwischen Gewerbe- und Industriegebiet. Reine Industriegebiete gibt es nämlich in Deutschland nicht im gleichen Umfang, wie es Gewerbegebiete gibt. Hier gibt es nämlich zwischen Industrie- und Gewerbegebiete einen gravierenden Unterschied.

In einem Gewerbegebiet kann sich jedes Unternehmen ansiedeln, von dem keine Belästigungen durch Lärm, Staub oder Geruch für die Bevölkerung und angrenzende Wohngebiete ausgehen. Teilweise ist in einem Gewerbegebiet sogar ein Wohnen möglich. Gänzlich anders sieht das in einem ausgewiesenen Gebiet für die Industrie aus. In einem Industriegebiet kann es zu Lärm, Staub und Gerüchen kommen. Natürlich müssen sich solche Erscheinungen im Rahmen der zulässigen Gesetze bewegen. Hier spielt vor allem der Umweltschutz eine sehr große Rolle. Dementsprechend gibt es zwischen Wohn- und Industriegebieten oftmals auch sehr große Abstände. Damit es hier durch die Industrieunternehmen zu keinen Belästigungen für die Bevölkerung kommt. 

Industrieflächen und Anforderungen

Mit Industrieflächen, wie dem Industriegebiet Hamburg oder einem Industriegebiet Wiesbaden wird aber auch den betrieblichen Besonderheiten der Industrieunternehmen Rechnung getragen. So sind hier meist, gerade im Vergleich zu einem Gewerbegebiet oder einem Wohngebiet, die Wasser- und Abwasserleitungen deutlich größer dimensoniert, es kann besondere Zuwege zur Autobahn, zu Wasserstraßen, zum Schienenverkehr, aber natürlich auch die Verkabelung mit Telekommunikationseinrichtungen, Energieanschlüsse gänzlich anders bemessen sein.

Alleine schon, weil es natürlich in einem Gebiet mit Industrieflächen einen deutlich höheren Bedarf an Wasser, an Energie je nach Industrieunternehmen geben kann. Auch kann natürlich hier das Abwasser gänzlich anders belastet sein, als aus einem Wohngebiet. Dementsprechend kann es hier auch eine andere Klärtechnik geben. Um nur ein paar der Unterschiede herauszuheben. Um zu verdeutlichen wo sich Industrieflächen stark von anderen Flächen unterscheiden. 

Industrieflächen unterscheiden sich sehr stark

Trotz den Unterschieden, die es zwischen einem Gebiet für Industrieunternehmen und einem Gewerbe- oder einem Wohngebiet geben kann, sind die Industriegebiete nicht gleich. Was alleine schon der Lage oftmals geschuldet ist. Ein Industriegebiet Wiesbaden ist zum Beispiel mit einem Industriegebiet Hamburg nicht zu vergleichen. In Hamburg habe ich je nach Industriefläche einen Anschluss an die Wasserstraßen, den ich so in Wiesbaden nicht habe. Für ein Industrieunternehmen kann das bei den Auswahlkriterien für eine Ansiedelung nicht unerheblich sein. Gerade wenn das Unternehmen hauptsächlich für den Export arbeitet, bietet sich hier eine Hansestadt Hamburg mit einem großen internationalen Hafen und einem Flughafen eher an, als die Landeshauptstadt von Hessen oder einer Stadt in Baden-Württemberg. Wo es einen solchen Zugang nicht direkt gibt, man spricht hier auch von Standortvorteilen.

Natürlich kann es aber auch noch eine Vielzahl an andere Auswahlkriterien geben. Man denke hier zum Beispiel nur an die Größe der Industriefläche, die man für seinen Betrieb benötigt. Hier kommt es natürlich immer darauf an, wie groß die Industrieflächen sind, die von einer Stadt oder einer Gemeinde ausgewiesen werden. Auch spielt bei den Auswahlkriterien in diesem Zusammenhang eine Rolle, mit was für Kosten, es dann auch verbunden ist. Denn natürlich unterscheidet sich auch das, was natürlich einen Industriestandort unterschiedlich attraktiv machen kann. Wobei gerade gewachsene Industrieflächen mit der Zeit auch einen Eigenwert entwickeln bei den Kosten. Das kann dann der Fall sein, wenn die Industriefläche zum einen sehr begehrt ist, aber auch große Industrieunternehmen angesiedelt sind. Sollte es eine Auslieferung, wie zum Beispiel von Baumaschinen, geben lohnt sich eine Anbindung an die Autobahn oder Containerhafen.

Durchmischung von Industriegebieten

Ein Faktor, der für Industrieunternehmen von Bedeutung sein kann ist die Durchmischung in einem Gebiet für Industrieunternehmen. Schließlich brauchen Industrieunternehmen auch Rohstoffe und damit eine Zulieferung. Auch das kann bei der Auswahl eine Rolle spielen, wie sich ein Gebiet für Industrieunternehmen zusammensetzt. Denn dadurch kann man Vorteile haben, wie zum Beispiel kurze Lieferwege. Was sich dann auch finanziell bei den Kosten bemerkbar machen kann, und gerade für Industrieunternehmen ein Standortvorteil darstellen kann.

Weiche Kritierien die eine Rolle für ein Industriegebiet spielen

Möchten sich Industrieunternehmen in einer Stadt ansiedeln, spielen aber natürlich auch die sogenannten weichen Faktoren eine Rolle. Die nicht direkt mit der Größe und der Ausstattung einer Industriefläche verbunden ist. Das kann zum Beispiel die Steuerpolitik der Stadt sein. Da jede Kommune in Deutschland selbst ihre Steuersätze für Gewerbe und Industrie festlegt, gibt es hier bei den Industriegebieten große Unterschiede. Auf die natürlich ein jedes Industrieunternehmen achtet, schließlich mindert eine hohe Steuerlast nicht nur den Unternehmensgewinn, sondern kann ein Unternehmen bei Investitionen lähmen.

Auch ist bei den Kriterien maßgebend wie grundsätzlich die Rahmenbedingungen in einer Stadt sind. Dazu gehört zum Beispiel die Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Gerade je nach Industrieunternehmen was ansiedeln möchte, kann hier für die Produktion eine Vielzahl von Fachkräften erforderlich sein. Doch die Verfügbarkeit dieser Fachkräfte, kann je nach Region sehr unterschiedlich sein. Und gerade das gilt es natürlich auch für ein Industrieunternehmen zu berücksichtigen, wenn es um die Ansiedlung geht. Weil was bringen eine gute Industriefläche und günstige Steuersätze, wenn man letztlich aufgrund von fehlenden Fachkräften nicht produzieren kann? 

Fazit zum Industriegebiet

Die Industrie ist in Deutschland ein sehr wichtiger Faktor. Und Gewerbe ist nicht gleich Industrie, hier gibt es gerade bei der Ausweisung der Gebiete große Unterschiede. Um den Anforderungen, die von Industrieunternehmen ausgehen, Rechnung tragen zu können. Und trotzdem unterscheiden sich die Industrieflächen in Deutschland sehr stark. Gerade für Industrieunternehmen, die sich in einer Gemeinde oder in einer Stadt ansiedeln möchte, gilt es eine Vielzahl an Faktoren zu berücksichtigen. Angefangen vom Platzangebot, über die Größe der verfügbaren Industrieflächen, bis hin zu Kosten und Steuern und den Anschlüssen an Autobahn, Wasserstraßen und Schienenverkehr. Um letztlich überhaupt feststellen zu können, ob sich ein Standort für ein Industrieunternehmen überhaupt eignet oder auch nicht. 

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